Die Gesichter des Deutschen Kunstarchivs

 
 
 

Familienbilder

Ein klassisches Familienbild ist das der Familie des Malers und Anthropologen Gabriel von Max. Alle haben sich für den Fotografen in Pose gebracht und warten ernst den Moment der Aufnahme ab. Der Künstler nimmt die Rolle des bereits verstorbenen Vaters ein, unterstützt durch seinen Onkel.

Typische Studioaufnahmen sind häufig Bestandteil der Nachlässe im Deutschen Kunstarchiv, etwa die der Familie des Malers Max Kurth, von Lili Gräf mit ihren Geschwistern und ihrer Mutter oder Franziska Bilek mit ihrer Mutter und ihrem Bruder.

Aber es finden sich auch geselligere Familienfotos, auf denen sich alle in etwas lockererer Atmosphäre – nicht selten im Freien – zusammen gefunden haben. So gruppiert sich die Familie des deutsch-schwedischen Grafikers Brynolf Wennerberg im Bad Aiblinger Garten um einen Tisch oder die Familie von Lovis Corinth versammelt sich für ein Foto auf einer Wiese in den Südtiroler Bergen.

Auffallend viele Doppelportraits von Eltern mit einem ihrer Kinder finden sich in den Nachlässen der Familie Kruse. Diese war mit acht Kindern aus der gemeinsamen Ehe der Puppengestalterin Käthe Kruse mit dem Bildhauer Max Kruse sowie vier Kindern aus den beiden ersten Ehen von Max Kruse extrem groß. Die Fotografien vermitteln den Eindruck, als ob sie alle einen äußerst liebevollen Umgang miteinander pflegten, auch wenn die Realität vielleicht manchmal anders war. Wir sehen Max mit Eva als Kleinkind, Max mit Benjamin als Kapitän sowie Maria Kruse mit ihrem Vater wie auch mit ihrer Mutter.

Aufnahmen von Bruno Schmitz, der seine zwei Töchter auf dem Sofa umarmt, Richard Riemerschmid entspannt mit zwei seiner Kinder im Garten, Lovis Corinth, an den sich Tochter und Sohn eng anschmiegen oder Manfred Henninger, dem sein Sohn Arnold liebevoll den Arm umlegt, sind beredte Beispiele für Künstler in ihrer Rolle als liebende Väter.